Wie Babys geborgen einschlafen

Eigentlich kann ich beim Thema „Schlafprobleme“ gar nicht mitreden. Trotzdem – oder gerade deshalb – schreibe ich diesen Artikel.

Eltern lassen sich ja vieles einfallen, um ihr Baby in den Schlaf zu bringen. Herumfahren im Auto war früher sehr verbreitet. Das Baby auf dem Arm stundenlang durch die Wohnung zu tragen ist eine andere Möglichkeit. Spieluhren, Schlaflieder, Schaukeln, Wippen, Brummen, Summen, Tücher über das Gesicht legen…es gibt nichts, was es nicht gibt. Das Problem ist: Babys gewöhnen sich sehr schnell an Rituale und fordern diese dann ein. 

Rituale helfen dem Baby, sich in der neuen Welt zurechtzufinden, Tag für Tag. Bleiben sie plötzlich aus, gerät die Welt nicht selten aus den Fugen, das Baby schlägt lautstark Alarm und beruhigt sich nur schwer wieder. Deshalb der wichtigste Ratschlag rund um die Einschlafrituale: Führt kein Ritual ein, das ihr nicht bedingungslos aufrecht erhalten könnt. Immer und überall. Zu Hause, bei Verwandten, im Urlaub. Heute, morgen und in einem Jahr. Es ist wichtig, dass ihr das Ritual überall durchführen könnt.

Unser Einschlafritual

Seit nun fast 5 Monaten, also seit Kringels Geburt, passiert bei uns jeden Abend das Gleiche. Neue Windel, dann den Schlafsack anziehen, dann wird gestillt und dann wird das Baby in den Stubenwagen gelegt. Dieser steht neben unserem Bett. Meistens lege ich mich dann ebenfalls schlafen, aber das ist in der Regel nicht zwingend notwendig. Ein Nachtlicht taucht den Raum in orangefarbenes Licht. Wenn wir in den Urlaub fahren, kommt das Nachtlicht mit. Der Stubenwagen natürlich nicht, aber auch im Reisebett funktionierte dieses Einschlafritual bisher sehr gut.

Verwöhne ich das Baby nicht zu sehr?

Anfangs war es wichtig, dass ich im Raum blieb und leise mit Kringel, der dann schon im Stubenwagen lag, sprach. Das Baby braucht einfach die Sicherheit zu wissen, dass es nicht allein ist. Deshalb habe ich mich in den ersten Monaten zeitgleich mit ihm schlafen gelegt, damit ich sofort da war, wenn er aufwacht. Er hat schnell gelernt, dass sofort jemand da ist, wenn er sich unsicher fühlt. Das gab ihm die Ruhe und die Sicherheit, die er brauchte, um einschlafen zu können.

Mittlerweile lege ich mich nicht direkt dazu, ich lasse die Tür geöffnet und bleibe noch ein bisschen wach. Sobald Kringel sich meldet, gehe ich zu ihm und spreche leise mit ihm. Es ist nicht so, dass ihr das Baby verwöhnt, wenn ihr sofort zur Stelle seid, es ist vielmehr so, dass ihr dadurch eurem Baby die Sicherheit gebt, die es braucht, um sich fallen zu lassen und einzuschlafen. Ich war sofort da, bei jeder kleinen Unruhe habe ich ihm die Hand auf den Bauch gelegt und ihm leise gesagt, dass er keine Angst zu haben braucht. Das hat nicht dazu geführt, dass ich das immer noch tun muss, sondern das hat dazu geführt, dass er sich mittlerweile so sicher fühlt, dass er in der Regel darauf verzichten kann.

Er wird nachts immer mal wieder kurz wach, wühlt, dreht sich um und schläft weiter. Weil er weiß, dass ich da bin, wenn er mich braucht. Also, habt keine Angst, ihr könnt euch nicht zu viel um euer Baby kümmern, wirklich nicht. Rund 40 Wochen war das Baby sicher und geborgen in eurem Bauch, da kann es nicht von heute auf morgen ohne euch einschlafen. Muss es auch nicht, ihr seid ja da und damit macht ihr nichts falsch.

Aufwachen in der Nacht

Kringel schläft dann nachts von Mahlzeit zu Mahlzeit. Zum Stillen nehme ich ihn zu mir ins Bett und lege ihn danach zurück in den Stubenwagen neben dem Bett. So muss ich ihn nicht erst durch die halbe Wohnung tragen und durch das Nachtlicht sehe ich genug und kann auf zusätzliches Licht verzichten. Zur Nacht trägt er 12-Stunden-Trocken Windeln und wird, solange nur Pipi drin ist, auch nicht gewickelt. Kurzum, die nächtlichen Mahlzeiten laufen ruhig und ohne viel Bewegung, Licht oder Geräusche ab.

Ich glaube, häufig ist das Problem, dass die Eltern der Meinung sind, JETZT sei Schlafenszeit. Das gilt sowohl für den Schlaf am Tag als auch in der Nacht. Dann wird mit allen Tricks und mit großer innerer Anspannung versucht, das Baby zum Schlafen zu kriegen. Das Baby aber spürt diese Anspannung und reagiert darauf mit Unsicherheit und Unruhe. Entspannt euch, eure Babys brauchen eure Ruhe und Sicherheit um einschlafen zu können.

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Keine Kommentare

  1. Ich kann zwar nciht mitreden, denn ich bin noch lange nicht Mama, aber dein Ritual hört sich vernünftig und auch sehr leicht an.
    Aber ich glaube Rituale sind jedem wichtig. Diese Einschlafrituale sind glaube nicht nur fürs Kind wichtig. Ich glaube manchmal dass es den Erwachsenen sogar wichtiger ist.
    Rituale vereinfachen auch irgendwie das Leben. Es macht alles einfacher und reregelter.

  2. Ja, es ist tatsächlich ganz einfach. Weniger ist mehr, besonders, wenn es darum geht, zur Ruhe zu kommen.

    Feste Abläufe und Rituale geben (jedem) Halt und Sicherheit, sie geben dem Tag eine erkennbare Struktur und für Babys wird so vorhersehbar, was geschieht. Sie gewöhnen sich wirklich schnell an Rituale und nehmen sie dankbar an.

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