Der Geburstvorbereitungskurs

Auf dem Blog stelle ich euch Kurse für Schwangere und frisch gebackene Eltern vor. Heute geht es um den sagenumwobenen Geburtsvorbereitungskurs.
„Was soll denn der Scheiß, dazu braucht man ja wohl keinen Kurs!?“,rief ein aufgebrachter, männlicher Teilnehmer beim Infoabend der Geburtsklinik, als die Hebamme den Geburtsvorbereitungskurs erwähnte. Seufzen und rollende Augen waren zu hören und eine sehr einfühlsame Erklärung der Hebamme, die letztendlich sogar diesen Störenfried überzeugte, mit seiner Partnerin gemeinsam einen Kurs zu besuchen.

Also, wozu braucht man einen Geburtsvorbereitungskurs, was ist das, was soll das, was macht man da?

Wir waren 10 Frauen im Kurs und trafen uns acht Mal abends in einem gemütlich hergerichteten Raum mit der Hebamme. Es gab Wasser, Säfte, Tee, Kekse, Schoki, Gummitiere, Yogamatten, gedämpftes Licht, Kuschelkissen und Kuscheldecken. Eine gemütliche Atmosphäre. Inhaltlich lernten wir viel über die Abläufe der Geburt. Was ist ein Blasensprung und warum ist es so wichtig, zu wissen, ob der Kopf fest im Becken sitzt? Was bedeutet das überhaupt und wie zum Teufel geht das eigentlich überhaupt, dass das Baby da raus kommt? Was sind Senkwehen? Wann geht das mit der Geburt wirklich los? Wann muss ich in die Klinik? Wie komme ich da eigentlich hin? Was passiert in der Klinik? Wie läuft eine Geburt ab? Was genau ist eine PDA? Was passiert bei einem Kaiserschnitt? Wie läuft eine Einleitung ab? Was hat es mit den Heublumen auf sich? Was können Eisen und Magnesium mir Gutes tun? Kann man Schwangerschaftsstreifen vermeiden? Was ist der Wehencocktail? Was messen die beim CTG eigentlich? Wie groß und schwer ist das Baby jetzt? Muss das Baby sich noch drehen? Was ist Wehentee? Ab wann sollte ich Himbeerblättertee trinken? Warum darf ich keinen Rohmilchkäse essen? Was passiert im Kreißsaal? Was ist das Wochenbett? Und nicht zuletzt war natürlich auch Raum für Ängste und Nervosität. Wir lernten sehr viel Theorie über die Schwangerschaft und den Ablauf der Geburt und alles wurde uns sehr einfühlsam und gut verständlich erklärt. Hochinteressante Informationen statt trockener Theorie also. Wir lernten ein paar Übungen, die uns unter der Geburt helfen könnten und jeder Termin schloss mit einem Entspannungsteil. Natürlich wurden auch die Atemtechniken angesprochen, aber entgegen aller Klischees war es kein „Hechelkurs“.

Absolutes Highlight war die Kreißsaalbesichtigung. Jedes Mal war im Kreißsaal so viel los, dass wir nicht hingehen konnten. Aber beim allerletzten Kurstermin hatten wir Glück: Es herrschte gähnende Leere im Kreißsaal und wir konnten alle vier Kreißsäle in Ruhe ansehen und die Hebamme zeigte und erklärte uns alles. Am Ende wussten wir alles: wo das Massageöl steht, ob die Musikanlage auch MP3-CDs abspielt und ob man einen iPod anschließen kann, wo der Gymnastikball ist, was der Geburtshocker ist, wie die Badewanne aussieht, wo die Babybodys lagern und und und. Klingt nach unwichtigen Details, schaffte aber eine vertraute Atmosphäre. Mir tat es sehr gut, zu wissen, wo mein Kind zur Welt kommen wird und was mir dort alles zur Verfügung steht. Und ich weiß noch, wie ich vor der Kreißsaalbesichtigung vor der Tür stand und dachte: „Wenn du das nächste Mal hier durch diese Tür gehst, kommst du mit Baby wieder raus.“ (…dass das nicht so war, erzähle ich euch noch an anderer Stelle). 🙂 Die Kreißsaalbesichtigung hätte übrigens auch beim Infoabend der Klinik stattfinden sollen, fiel aber aus, weil da gerad sehr viel los war. Und wahrscheinlich wäre es auch nicht so informativ und intensiv gewesen, mit 100 werdenden Eltern gemeinsam den Kreißsaal anzusehen. Dann doch lieber mit nur 10 Frauen im vertrauten Rahmen des Geburtsvorbereitungskurses.

Wir haben übrigens noch alle Kontakt zueinander und treffen uns immer mal wieder zu gemeinsamen Spaziergängen. Und bald haben die ersten Kinder Geburtstag, spannend.

Ach ja, es gibt verschiedene Geburtsvorbereitungskurse, nämlich solche, die über mehrere Wochen verteilt stattfinden und Intensivkurse, die am Wochenende stattfinden. Es gibt Kurse für Paare, für Zweitgebärende, für alleinerziehende Frauen und und und. Den Kurs für die Frau zahlt normalerweise die Krankenkasse, für den Partner muss man die Gebühren oft aus eigener Tasche finanzieren. Bei meinem Kurs gab es einen Partnertag an einem Samstag, der extra bezahlt werden musste. Hier lernten die Männer entspannende Massagetechniken für uns und erfuhren nochmal alles über den Ablauf der Geburt.

Ich fand den Kurs sehr hilfreich und sinnvoll und würde auch beim zweiten Kind wieder einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen.

Wie war es bei euch? Habt ihr einen Geburtsvorbereitungskurs besucht?

Hier findet ihr übrigens die anderen Kurse für Schwangere und junge Eltern, über die ich schon geschrieben habe.

 

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